Oh Baby Party Interviews: Frau Dr. Kirschner von BabyCare

Wir haben Frau Dr. Kirschner, Herausgeberin des BabyCare Programms, getroffen und mit ihr u.a. über die wissenschaftlichen Auswirkungen von glücklichen Mom-to-bes gesprochen.

Dr. Renate Kirschner leitet das Institut FBE Forschung Beratung Evaluation und ist in dieser Funktion die Herausgeberin des BabyCare-Programms für eine gesunde Schwangerschaft, das wir allen Schwangeren ans Herz legen können. Seit fast 30 Jahren ist die Expertin in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen zum Thema “Baby Shower” gesprochen.

Liebe Frau Dr. Kirschner, Sie leiten das Institut FBE Forschung Beratung Evaluation in Berlin und sind in dieser Funktion auch die Herausgeberin des „BabyCare“ Programms für eine gesunde Schwangerschaft. Mit werdenden Mamas kennen Sie sich also bestens aus! Aber worauf genau zielt dieses Programm eigentlich ab?

BabyCare will Schwangere stark machen und ihnen mit Wissen und Aufklärung zur Seite stehen, damit sie Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können. Heutzutage werden ständig neue Themen aufgerufen: „Tu dies nicht, tu das nicht“. Gerade im Internet schwirren viele Informationen und Tipps für Schwangere rum, die nicht verallgemeinerbar sind, also für einige Schwangere schlicht falsch sein können. BabyCare will dem mit ärztlich gesichertem Wissen, das für die Schwangere verständlich aufbereitet ist, entgegenwirken – und dies nicht nur mit dem gut aufgemachten Handbuch, sondern auch in der BabyCare-App.

Wir sind zwar selbst noch keine Mamas, wünschen uns aber auch, dass jede Frau ihre Schwangerschaft so gut wie möglich genießen kann. Und wie kann man dieses Wunder besser feiern als mit einer Baby Shower? Wie denken Sie über diesen „neuen Trend“? 

Nicht alles, was aus Amerika zu uns rüberschwappt, muss schlecht sein. Die Baby Shower wird zwar sehr kommerzialisiert, aber die Idee, dass die Schwangere ihre Schwangerschaft feiert und sich in ihrem Freundeskreis Unterstützung holt, ist sehr zu begrüßen. Heutzutage findet eine Schwangerschaft ja oft recht isoliert statt. Häufig ist keine der Arbeitskolleginnen oder Freundinnen auch aktuell schwanger und die Schwangere muss in ihrem Umfeld um Verständnis für ihre Situation werben. Eine Baby Shower kann helfen, dieses zu fördern – und Unterstützung zu gewinnen.

Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Baby-Branche haben Sie bestimmt schon viele Trends kommen und gehen sehen. Kannten Sie den Brauch der Baby Party eigentlich auch schon aus Ihren Anfangszeiten oder gab es andere Wege, Mama und Baby zu „feiern“? Hatten Sie vielleicht sogar selbst eine Baby Party, als Sie damals mit Ihrem Sohn schwanger waren?

Nein, diese Tradition gab es damals noch nicht. Der Freundinnenkreis reagierte damals auch eher mit Unverständnis. Unterstützung habe ich mir damals in einem offenen Schwangerentreff in einem Café geholt, die Treffen fanden wöchentlich statt. Daraus ergaben sich dann die Kontakte für die erste Kinderbetreuungsgruppe. Der Freundeskreis hat sich durch die Schwangerschaft und Geburt stark verändert, Nichtschwangere Freundinnen zogen sich zurück, andere schwangere Frauen wurden neue Freundinnen. 

Als promovierte Erziehungswissenschaftlerin haben Sie natürlich auch einen wissenschaftlichen Hintergrund und beschäftigen sich auch viel mit der Forschung. Gibt es Studien darüber, wie sich eine entspannte und glückliche Mama auf das Baby auswirkt?

Ja, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Stress sich negativ auf die Schwangerschaft auswirkt und zum Beispiel zu Frühgeburten führen kann. Nicht ohne Grund widmen wir diesem Thema ein ganzes Kapitel im BabyCare-Handbuch! Auch in unserer BabyCare-App bieten wir einen Stresstest an, mit dem man sein eigenes Stresslevel messen kann – die Auswertung, inkl. Handlungsempfehlungen, erfolgt direkt im Anschluss.

Bild: BabyCare

Last but not least: Sie sind ja nicht nur selbst Mama, sondern mittlerweile auch stolze Oma! Jetzt interessiert uns noch eins: Schenkt man werdenden Mamas als Oma andere Sachen, als in den Jahren zuvor? Haben Sie einen „Geheimtipp“, was frischgebackene Eltern unbedingt brauchen?

Ich glaube, frischgebackene Eltern brauchen auch mal Zeit für sich. Ein schönes Geschenk wäre ein Wellnessnachmittag, an dem die Oma (oder eine andere Vertrauensperson) auf das Baby aufpasst.

Vielen Dank für das Interview, liebe Frau Dr. Kirschner!